Das Břevnover Kloster und die Mönchskomunität heute

Einige Formen des Klosterlebens änderten sich im Verlauf der Jahrhunderte in Abhängigkeit davon, wie die Ordenleute auf die Umwandlung der Gesellschaft, wo ihre Klöster sich befinden und wo sie auch wirken, reagieren müssten. Ein wesentliches Element aber dauernd wird: gleich wie vor tausend Jahre so auch heute wird der Tag der Mönche — im Einklang mit der Benediktusregel — geteilt zwischen das Gebet (öffentliches Gebet / Messliturgie und das Stundengebet / privates Gebet) und die Arbeit.

Die Benediktiner, wie auch einige andere Orden, haben keine einheitliche Sendung. Eine konkrete Tätigkeit wird vor allem bestimmt durch Anlage des Klosters (eine andere gibt auf dem Land und eine andere in der Stadt), durch die Dispositionen und Begabungen der Brüder, sowie auch durch die Bedürfnisse der Umgebund des Klosters.

Auf verschiedenen Orten der Welt entwickelte sich die Skala von Tätigkeiten: von der Arbiten in der Landwirschaft beginnend, über verschiedene Gewerbe, die Wissenschaft und pedagogische Arbeit in Ordensschulen und anderen Schulen bis zur Ausübung eigener Buchverlage endend.

Die Břevnover Erzabtei gibt seit dem Jahre 1998 die Bücher vom Mönchstum, alten christlichen Spiritualität und aktuelen Fragen des kirchlichen Lebens heraus.

Im Areal des Klosters betreibt das Kloster das Hotel und das Gaststätte. Die Säle der Prälatur werden vermietet zur Veranstalltungen der gesellschaftlichen und kulturelen Aktionen.

An der Wende der ersten und zweiten Dekade des 21. Jh. wurden die langdauernde und komplizierte Verhandlungen der Kirche mit dem Staat durch Aufnahme des Gesetzes von güterrechtlichen Ausgleich zwischen Staat und Kirche endlich abgeschlossen. In der Weise der Ausfolgung der unbeweglichen Güter oder der finanziellen Entschädigungen wurden einige Unrecht begangen durch das kommunistische Regime nach dem Jahr 1948 wiedergutgemacht. Auf den Gründe die dem Kloster schrittweise zurückgegeben wurden, beginnen sich die Benediktinern auch der Unternehmertätigkeit in der Forstwirtschaft und in der Landwirtschaft widmen.
Aus diesen Aktivitäten wird das Leben der Kommunität sowie auch Verkehr und Instandhaltung des Klosters finanziert. Die oben erwähnte Projekte schaffen auch die Arbeitsgelegenheiten für fast vier Zehner der Angestellten.

Nicht alle Mönche zugleich auch Priester sind. Trotzdem für viele Benediktinerklöster charakteristisch wird die Vereinung des Klosterlebens mit der Seelsorge in der Pfarrei.
Die Priester aus der Reihen der Mönche des Břevnover Klosters betreuen die Seelsorge an der Pfarrei bei der St. Margarethenkirche und auch in der nicht weit entfernten marianischen Wahlfahrtkirche auf dem Weissen Berg.

Das Wahlfahrtsareal auf dem Weissen Berg wird seit dem Jahre 2007 auch das Heim der tschechischen Benediktinerschwestern aus der Kommunität Venio (Kommunität Venio OSB in München) geworden.

Tägliches Leben der Břevnover Benediktiner

Der Tag der Brüder beginnt mit dem Morgenschorgebet am 6.15 (am Sonntag am 6.30) an dem die gemeinsame Eucharistiefeier angeknüpft wird (am Sonntag im 7.30). Nach dem Frühstück widmen sich die Mönche der zugeteilten Arbeit. Vor dem Mittagessen betet man das gemeinsame Gebet von Psalmen und am Nachmittag arbeitet man wieder. Den täglichen Bestandteil von Mönchsleben bildet die meditative Lektüre der Bibel (lectio divina). Die Vesper als Vorabendgebet wird am 17 Uhr gebetet; das Studium und die Lektüre erfüllen dann die Zeit nach dem Vespergebet bis zum Abendessen. Durch gemeinsames Abendgebet am 19.45 — mit dem sogenannten Komplet — wird der Tag abgeschlossen. Während der Nachtzeit, der alten Tradition nach, wird nicht geredet, es herrscht das Stillschweigen (silentium). Ausser diesem allgemeinen Tagesschema widmen die Brüder ihre Zeit auch den gewöhnlichen Dienste für die Nächste (man arbeitet in der Küche, im Garten oder man räumt).

Aufnahme in die Klostergemeinschaft

Ganzes Leben des Mönches sollte sich auf Gott konzentrieren (vgl. RB 4). Die Evangelienbotschaft von gesamten Lebenswandel und von Beziehung zur Welt konzentriert sich in täglichen Bemühungen der »klösterlichen Lebenswandel — conversatio morum« (RB 58, 17). Das Mönchstum bedeutet das Dienst dem Gott und dem Nächsten in unablässigen Wachsamkeit und in der freien Unterwerfung der Zucht des Ordens — das heisst der Regel.

Die Leute, die bemühen sich um Nachfolge Christi nach dem Vorbild von hl. Benedikt, müssen zuerst, bevor sie Mönche werden, langen Weg zurücklegen. Den feierlichen Gelübde geht zuerst die Probezeit — sogenanntes Postulat oder die Kandidatur — voraus. Danach wird der Kandidat ins einjährigen Noviziat eingenommen, nach welchem legt er die Gelübde für die einjährige Frist ab; diese Gelübde erneuert sich erst nach dem Ablauf von drei Jahre.

Erst danach kann der Ordensman um das Erlaubnis zur Ablegung der ewigen (oder feierlichen) Gelübde bitten. Die Leute, die von Gott zum geweihten Leben gerufene sind, weihen sich öffentlich, also vor der Kirche, durch diese Gelübde unbedigt dem Gott in den Dienst der Kirche ein. Dadurch werden sie vollberechtigte und auch für das Leben der Ordensgemeinschaft mitverantwortliche Mitglieder dieser Komunität.

Evangelische Rätschläge der Keuschheit, der Armut und des Gehorsames haben ihren Grund in den Wörter und im Beispiel von Christus selbst. Heilige Benedikt verlangt von seinen Nachfolger noch das Gelübde des Beständigkeit; durch dieses Gelübde bindet man sich an eine konkrete Klosterkommunität in der bleibt man bis dem Tod. Diese Anforderung nicht selbstzwäckmässig wird — für die Schüler von hl. Benedikt stellt nämlich das Kloster den Ort dar, wohin sie durch Gottesberufung gestellt sind und deshalb gerade hier ihre Lebensaugabe verwirklichen sollen.