Die Besichtigung des Břevnover Klosters

Im Rahmen einer Führung können die barocke Stiftskirche der hl. Margarete, die romanische Krypta aus dem 11. Jahrhundert, die Prälatur und Pavillon Vojtěška besichtigt werden.
Winter                                    Sommer
Samstags: 10.00  14.00         Samstags: 10.00  14.00  16.00
Sonntags: 11.00  14.00          Sonntags: 11.00  14.00  16.00
  Werktags: nur Gruppenführungen nach Voranmeldung.

Eintrittspreis

Führungen in der tschechischen Sprache
Erwachsene: 100 CZK
Senioren (65+) und Studenten (15+): 60 CZK
Kinder 7–14 Jahre: 50 CZK
Kinder bis 6 Jahre: frei
Wir werden Ihnen für die Besichtigung ein Skript mit Informationen über das Kloster auf Deutsch leihen.
Der Eintrittspreis muss vor dem Start die Besichtigung  in bar (in CZK) zu zahlen.

Führungen auf Deutsch
Führungen auf Deutsch (sowohl am Wochenende als auch an Wochentagen) bieten wir nur nach vorheriger Absprache.
Der Eintrittspreis für Führung auf Deutsch  ist:
Erwachsene: 150 CZK
Senioren (65+) und Studenten (15+): 90 CZK
Kinder 7–14 Jahre: 75 CZK
Kinder bis 6 Jahre: frei

Führungen für Gruppen mit eigenem Dolmetscher
Erwachsene: 100 CZK
Senioren (65+) und Studenten (15+): 60 CZK
Kinder 7–14 Jahre: 50 CZK
Kinder bis 6 Jahre und Dolmetscher: frei
Auch Führungen von Gruppen mit eigenem Dolmetscher müssen im Voraus bestellt werden.

Die Besichtigung

Unterwegs von dem Tor mit der Statue des hl. Benedikt zur St. Margarethenkirche, sehen wir
– links den ehemaligen Speicher, heutzutage gibt hier das Infozentrum und die Stelle des Bierverkaufes;
– rechts das ehemalige Wirtschaftsgebäude und die Ställe, heutzutage gibt hier Klášterní šenk.

Gegenüber der Kirche befindet sich das sogenante Sartorius-Konvent, heutzutage Hotel Adalbert.

Die barocke St. Margarethenkirche

Tituläre Heilige des Břevnover Klosters und seiner Kirche
Die ursprüngliche Klosterkirche, wie in der Einleitung geschrieben wird, war dem hl. Benedikt geweiht. Die Mitpatrone der Kirche waren hl. Bonifatius von Tarsus und Alexius von Edessa; wahrscheinlich zur Erinnerung des Aufenthaltes des Gründers des hl. Adalbert im römischen Kloster auf Aventin (Patrone dieses Kloster waren hl. Alexius und Bonifatius). Nach dem Jahre 1045 als Patron des Klosters wurde auch der Mitgründer selbst, Bischof hl. Adalbert, verehrt. An der Wende des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts geriete die ursprüngliche Einweihung der Klosterkirche dem hl. Benedikt, Bonifatius, Alexius und Adalbert allmählich in Vergessenheit und immer mehr, vor allem dank der Wallfarten, ist die Einweihung der hl. Margarethe (Margarethe von Antiochien; eine der Vierzehn Nothelfer) populär geworden. Wie können wir in Legenda aurea lesen, die Jungfrau Margarethe lehte die Ehe mit dem Präfekten von Antiochien (in Pisidien in heutigen Türkei) ab und bekannte, dass sie Christin sei. Infolge davon wurde sie gefoltert und ins Haft genommen. Hier war sie bedroht durch den Drachen, den sie aber durch die Segnung mit dem Kreuz tötete. Kurz danach wurde sie enthauptet (wahrscheinlich in der zweiten Hälfte von 3. Jh.). Die sterbliche Überreste von hl. Margarethe schenkte dem Kloster im Jahre 1262 König Přemysl Otakar II.; heutzutage werden sie im Marienaltar auf der Südseite des Chores der Klosterkirche aufbewahrt.

Die Gesimse an der Westseite werden mit den Statuen von hl. Adalbert und Fürst Boleslav II. und an der Südseite der Kirche von hl. Othmar und hl. Benedikt verziert. Über das Presbyterium der Kirche sieht man »das Kreuz des hl. Vater Benedikt«. Zwischen den Arme des Kreuzes werden gelegt die Buchstaben C(rux) S(ancti) P(atris) B(enedicti). Auf dem vertikalem Balken des Kreuzes gibt die Buchstaben C(rux) S(ancta) S(it) M(ihi) L(ux) und auf dem horizontalen Balken N(on) D(raco) S(it) M(ihi) D(ux). Auf dem Kreisbogen um das Kreuz herum gibt die Buchstaben: V(ade) R(etro) S(atana) N(umquam) S(uade) M(ihi) V(ana) S(unt) M(ala) Q(uae) L(ibas) I(pse) V(enena) B(ibas). Von aussen über den Südeingang, durch den tritt man heutzutage die Kirche ein, findet sich eine Gedenktafel, die als Erinnerung zur Vollendung des Rohbaues setzte hieher Abt Othmarus Zinke im Jahre 1715.

Mit Recht gehört diese Kirche zu den gelungensten Werke von beiden Prager Dientzenhofern – Christoph und Kilian Ignaz.

Der Hauptaltar in der Mitte des Kirchenchores wurde nach dem Entwurf von Kilian Ignaz Dientzenhofer anfertigt. In der Nische gibt die Statue von hl. Margarethe. Im Verlängerugstück dieses Altares segnet Gottvater der heiligen Kirchenpatronin und über ihm schwebt die Taube des Heiligen Geistes.

Das Kirchenschiff wird von sechs Seitenaltären mit den Bilder von Petr Brandl und mit den Holzstatuen von M. W. Jäckel dominiert.

Deckengemälde im Chorraum und im Kirchenschiff sind Werke des Prager Malers Johann Jakob Steinfels.

Der Korpus der Orgel auf der Empore anfertigte nach dem Entwurf von K. I. Dientzenhofer der Tischlermeister Tobias Meysner aus Grossdorf / Velká Ves bei Braunau / Broumov. Die Statuen der Engel schaffte M. W. Jäckel. In den Jahren 2004–2007 wurden die Orgel renoviert.

Die Krypta der romanischen Klosterkirche aus der Hälfte des 11. Jh.

In Břevnov unter den barocken Objekte wurden die Reste der älteren Bauten gefunden. In den Jahren 1964/1965 hat Vladimír Píša am Ort, der auf dem barocken Plan des Klosters ausgezeichnet wurde, die Fundamente des romanischen und gotischen Brunnenhauses gefunden. Ausserdem hat er aber auch die Gräber unter die Sakristei und vor allem die Mauer der romanischen Krypta gefunden. Die Krypta war ursprünglich Teil des gottesdienstlichen Raumes unter dem Mönchschor (Presbyterium) der damaligen Klosterkirche. Auf Grund der archäologischen Erfindungen kann man, obwohl nur hypothetisch, stellen den folgenden Übersicht fest. Das urprimäre Holzprovisorium für die erste Kommunität, die Bischof Adalbert aus dem Aventiner Kloster mitgeführte, war bis Ende der Regierung des Abtes Meginhard (als Břevnover Abt regierte er in den Jahren 1035–1089) durch Steinbauten ersetzt. Damals die dreischiffige Kirche mit der Krypta an der Ostseite erbaut wurde. Über die Krypta erhebte sich der Chor (Presbyterium) an dem in der westlichen Richtung die Hauptkirchensschiff mit eine Vorhalle und wahrscheinlich mit zwei Türmen angeknüft wurde. In der Nachbarnschaft des Chores (unter dem befand sich die Krypta) existierten wahrscheinlich die kleinere Apsiden (ebenfalls auf der Ostseite) , die schliessten die südliche und die nördliche Seitenschiffe der Kirche ab. Die Krypta als dreischiffiger Hallenraum mit der Apside an der Ostseite komponiert wurde.

Die Prälatur, früher der repräsentative Sitz des Abtes,

stellt jetzt einen weiteren zugänglichen Teil des Klosters während der verschiedenen gesellschaftlichen und kulturelen Aktionen und auch bei den Besichtigungen dar. Auf diesen Teil des Klosters beziehen sich zwei Beschränkungen: die Nutzräume (technisches Hinterland der Gebäude) im Erdgeschoss werden für die Besucher geschlossen; den Besichtigungskreis im erstem Stock darf man gehen nur mit dem Führer durch, selbstständige Besichtigunge werden hier nicht gestattet.
Die Gebäude der Prälatur, gleich wie des Konventes, haben in den Jahren 1709–1721 Christoph und Kilian Ignaz Dientzenhofer gebaut.

Theresiensaal oder Asamssaal ist ohne Zweifel der repräsentativste Raum der Prälatur. Die Benennung »Theresiensaal« bekam dieser Raum im Jahre 1743 zum Andenken an die Krönung der bedeutenden habsburgischen Herrscherin Maria Theresia zur böhmischen Königin. Bei diesem Anlass hat sie zugleich die Klosterprivilegien bestätigt. An die Stirnseiten werden die monumentale Porträtsbilder angehängt. Auf dem einem sehen wir die Kaiserin mit ihrem Sohn dem späterem Kaiser Joseph II. und auf dem anderen ihren Gemahl den Kaiser Franz Stephan von Lothringen. Die Bilder sind Werke des Wiener Malers Gottfried Auerbach († 1753). Über ihnen befinden sich ihre Wappen. Über die Tür in den Saal können wir auch die Porträte von anderen habsburgischen Herrscher sehen: Ferdinand III., Leopold I., Joseph I. und Karl VI.

Die ganze Decke des Saales wird mit dem Gemälde des berühmten bayerischen Malers Cosmas Damian Asam bedeckt. Es stellt die Szene mit dem Wunder des Einsiedlers Günther auf dem Hof des ersten ungarischen Königs hl Stephan dar. Nach dem Maler wird der Raum auch »Asamsaal« genannt. Den Stukaturrahemn hat Egid Quirin Asam, Bruder von Cosmas Damina, angefertigt. Günther bei seinem Besuch von Ungarn wurde von seinem Verwandten König hl. Stephan und seiner Gemahlin Gisele zum Gastmahl eingeladet. Es war aber gerade der Fastentag. Der heilige Man hat sich eifrig gebetet, um nicht die Fastenordnung zu stören und zugleich nicht den König zu beleidigen. Erhört wurde er in der Weise, wie das Bild zeigt: der gebratener Pfau ist lebendig aus dem Teller abgeflogen.

Pavillon Vojtěška und der Klostergarten

Die Westseite der Kirche entlang und weiter auf dem Weg durch den Garten kommen wir über die Quelle des Baches Brusnice zum Gartenhaus »Vojtěška«. Der Legende nach befinden wir uns hier am Ort der Begegnung von hl. Adalbert mit dem Fürst Boleslav II. Diese Begegnung sollte zum Entscheidung der Klostergründung geführt haben. Durch seine Imaginativität entbehrt die Legende nicht die Anmut. Beide Mitgründer hatten nämlich den gleichen Traum gehabt, in dem sie angerufen wurden an diesem Ort, der nicht weit von Prag war, das Benediktinerkloster zu gründen. Beide haben dem Aufruf gefolgt und begegneten sich am Ort, der ihnen im Traum verkündigt wurde. Bei der Quelle sahen sie einen Hirsch, der das Wasser trinken wollte, aber ein Balken (auf tschechisch břevno) mit Reste von drei abgehauten Zweige im Wasser hinderte im drin. Hl. Adalbert hat dann diesen Balken aus dem Wasser ausgenommen, das Wasser floss wieder und der Hirsch konnte seinen Durst stillen. Der abgeästeter Balken mit Reste von drei Zweige ist deshalb später ins Klosterwappen gekommen. Wahrscheinlich unter dem Abt Bavor wurde über die Quelle ein Pavillon erbaut. Über den mittelalterlichen Bau hat in den Jahren 1724–1726 Kilian Ignaz Dientzenhofer das einstöckige Gartenhaus gebaut.

Kilian Ignaz Dientzenhofer war auch Autor des Terassengartens, die allmählich seit dem Jahre 1718 entstanden; ihre definitive Gestalt kommt aus den Jahren 1737–1738. Ungefähr in diesem Stand, nur mit einigen Teiländerungen, ist der Garten bis zweiten Hälfte des 20. Jh. erhalten geblieben. Nach Vertreibung der Benediktiner durch Kommunisten im Jahre 1950 ist dann zu seine allmähliche Devastation gekommen, sowie auch der anderen architektonischen Objekte sich im Garten befindenden. Nach dem Rückkehr der Benediktiner ist es gelungen zum Anlass des Klostermileniums – mit Unterstützung des Staates sowie auch der ausländischen Klöster – nicht nur die Kirche, die Gebäude des Konventes und der Prälatur zu renovieren, sondern auch den Pavillon Vojtěška, der als Pfarrzentrum dient, die unterirdische Wasserstollen und die Friedhofskapelle von hl. Lazarus.

In den Jahren 2009–2012 die umfangreiche Renovierung des Gartens realisiert wurde. In Rahmen dieser Aktivitäten arbeitete man an der Revitalisierung des oberen Baumgarten, an der Herstellung von einigen Umfassungsmauer und Eingangstore, an der Renovierung der St. Josephskapelle im Garten, (auf dem Bild sieht man diese Kapelle rechts bei der Umfassungsmauer), an der Herrichtung des Platzes vor der westlichen Fassade der Kirche mit der Statue von hl. Johann Nepomuk, an dem Ausbau von Ingenieurnetze und von Bewasserungssysteme, sowie auch an der Rekonstruktion der Orangerie, dessen Teil heute als Austellungsraum dient für die Austellungen der beginnenden Künstler.