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  • Brevnover Kloster – Geschichte

    Das Stift Bøevnov ist ein Kloster des Benediktinerordens. Die Benediktinermönche befolgen die Benediktsregel, eine „Verfassung“ ihrer Gemeinschaft, die der hl. Benedikt aus Nursia (Norcia in Umbrien) für sie im sechsten Jahrhundert niederschrieb. Die Lebensweise dieses Ordens wird durch die Devise „Bete und arbeite“ zum Ausdruck gebracht.

    Geschichte

    Das Stift gründete 993 der hl. Adalbert, der zweite Bischof von Prag († 997), gemeinsam mit Herzog Boleslav II. dem Frommen († 999) als erstes Mönchskloster auf böhmischem Gebiet. Im 11. Jahrhundert während der Regierungszeit des Abtes Meginhard entstand in Bøevnov ein romanischer Kirchenbau. Das Mauerwerk ihrer dreischiffigen Hallenkrypta ist bis heute unter dem Chorraum der barocken Stiftskirche erhalten geblieben. Später im 13. Jahrhundert wurde am Ort der romanischen Kirche eine neue, geräumigere gotische Kirche aufgebaut. Der Hussitensturm richtete im Kloster gründliche Zerstörungen an. Die Erneuerung und die barocke Neugestaltung der Kirche und des Klosters fällt erst in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg: unter Abt Thomas Sartorius († 1700) und besonders in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Abt Othmar Zinke († 1738). Dieser stellte hochrangige Baumeister und Künstler jener Zeit, wie Christoph und Kilian Ignaz Dientzenhofer, Peter Brandl, Karl Josef Hiernle, Cosmas Damian und Ägid Quirin Asam ua. an. Somit entstand eine wertvolle und von Kunsthistorikern hochgeschätzte barocke Anlage mit einem anliegenden Garten. Das Stift Bøevnov entwickelte vor der Mitte des 18. Jahrhunderts einen ehrgeizigen Plan, eine Academia Nobilium (Akademie für Adelige) zu errichten, der leider später scheiterte.

    20. Jahrhundert

    Im 20. Jahrhundert erlebte das Stift Bøevnov und seine Gemeinschaft eine bewegte Zeit. Während des II. Weltkrieges wurde ein Teil des Klostergebäudes von der Wehrmacht besetzt. Im Jahre 1950 wurde das Stift sowie alle andere Ordenshäuser in der damaligen Tschechoslowakei durch die kommunistische Regierung unterdrückt und deren gesamter Besitz wurde eingezogen. Abt Anastas Opasek († 1999) wurde 1950 in einem Schauprozess zu lebenslänglicher Haft verurteilt und zehn Jahre später auf Bewährung freigelassen. Nach der ”samtenen” Revolution wurden die verfallenen Klostergebäude den Ordensgemeinschaften zurückgegeben. Die Mönche begannen zu Bøevnov neu das klösterliche Leben. Mit der Unterstützung der ausländischen Benediktiner und mit der Aushilfe der staatlichen Behörden konnte man die Bausubstanz des Klosters renovieren und die Feier des Milleniums des Klosters im Jahre 1993 würdig veranstalten. Anlässlich dieses Jubiläums wurde das Kloster vom Papst zur Erzabtei (ein Ehrentitel, mit dem ruhmreiche und bedeutende Klöster des Ordens ausgezeichnet werden) erhoben. Papst Johannes Paulus II. besuchte dann 1997 die Klostergemeinschaft im Rahmen seiner Pastoralreise in die Tschechische Republik. Seit 1999, wo Erzabt Anastas Opasek verstarb, steht dem Kloster Prior-Administrator P. Prokop Siostrzonek vor. Die Baumaßnahmen und die Renovierungsarbeiten gehen Schritt für Schritt weiter. Am Anfang des 21. Jahrhunderts weiß sich das Kloster und seine Mönchsgemeinschaft wieder im Leben des Prager Stadtviertels Bøevnov beheimatet.

    Brevnover Kloster heute

    Im Kloster betet und arbeitet die Mönchsgemeinschaft wieder. Ihre Lage in der Großstadt und die reiche Tradition bringen viele Aufgaben mit sich. Die Mönchspriester betreuen die Pfarrgemeinde von Bøevnov und die Walfahrtskirche Unserer Lieben Frau vom Siege am Weißen Berg. Seit 1998 gibt die Erzabtei die Reihe „Pietas Benedictina“ heraus. Sie vermittelt den heutigen tschechischen Lesern durch Übersetzungen ins Tschechische Quellen der monastischen Tradition von der Antike und bis zum Mittelalter und weitere wichtige Werke der frühchristlichen Spiritualität.

    Abt obrazárna
    © Benediktinské arciopatství sv. Vojtìcha a sv. Markéty 2007
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